Großenbrode




Eine Besonderheit an der Steilküste von Großenbrode sind aufgeschlossene tertiäre geologische Schichten von Tarras-Ton, die an der heutigen Steilküste stellenweise zu sehen sind. Diese Sedimente wurden vor mehr als 50Mio. Jahren im Meer gebildet und später durch eiszeitliche Prozesse aus ihrem ursprünglichen Bildungsort gelöst und in die Grundmoräne als Tonscholle eingearbeitet.




Die Farbe des Tarras-Tones ist hellblau bis grün, manchmal aber auch sehr dunkelblau bis grün. In diesen tertiären Sedimenten sind gelegentlich Faserkalk Bänder (in der Steilküste) oder Faserkalk Platten (am Ostseestrand) in ihrer Entstehungsform zu sehen. Die immer in Verbindung mit lockeren Tuff auftreten. Tuff ist ein verfestigtes Gestein aus vulkanischem Auswurfmaterial, das auch mit Meeressedimenten vermischt sein kann und dann als Tuffit bezeichnet wird. Diese Asche oder auch Tuff genannt, ist für die Bildung (das Wachstum) der einzelnen Kristalle ab der meist schwarzen Mittelnaht des Faserkalks im Ton verantwortlich.








Aufgeschlossene und anstehende Tarras-Ton-Vorkommen in unmittelbarer Nähe des Fehmarnsunds, sind schon seit den 1920 Jahren bekannt und wurden durch Flach- und Tiefbohrungen kartografisch festgehalten. Diese Tone wurden damals in Tagebau Gruben für industrielle Zwecke abgebaut. Geblieben sind bis heute nur noch tiefe Löcher, aufgefüllt mit Wasser an denen man heute noch spazieren gehen kann.
Wasmund, E., Gewinnung von Bleichton (Walkerde) im alttertiären Tarras am Fehmarnsund 1933-34 Zeitschrift/Journal: Schriften des Naturwissenschaftlichen Vereins für Schleswig-Holstein Quelle: zobodat.at
